Biografie

Michael Patrick Fetscher wurde in Frankfurt am Main geboren und verbrachte dort seine ersten Lebensjahre. Bereits im Alter von 4 Jahren begann er, sich syste­ma­tisch durch die Schallplattensammlung seiner Mutter durch­zu­hören und Musik zu analy­sieren. So kam er zunächst in Kontakt mit klas­si­scher Musik und ameri­ka­ni­schem Jazz & Soul. Nicht nur die Musik an sich, sondern auch wie sie klingt inter­es­sierte ihn schon damals. Das obli­ga­to­ri­sche Erlernen der Blockflöte brachte er schnell hinter sich, um sich mit allen Instrumenten zu beschäf­tigen, die ihm in die Finger kamen. Als ihn seine Eltern im Alter von 9 Jahren schließ­lich fragten, welches Instrument er gerne spielen wolle, entschied er sich ohne zu zögern für die Violine. Es folgten zehn Jahre klas­si­scher Geigenunterricht, während­dessen er auch die Mandoline erlernte und dadurch viele Einflüsse ethni­scher Musik erfuhr. Später kamen Trompete und Klavier hinzu. Zu seiner Teenagerzeit verliebte er sich in die elek­tri­sche Bassgitarre, studierte schließ­lich auf diesem Instrument an der BSM in München und war Mitglied zahl­rei­cher Rock- und Jazzbands.

Neben seiner Liebe zur Musik faszi­nierten ihn mehr und mehr die physi­ka­li­schen Gesetzmäßigkeiten, unter deren Einfluss Musik vom Menschen wahr­ge­nommen wird. Ein altes Reporter-Tonbandgerät schleppte er schon seit seiner Kindheit mit sich herum, um alles aufzu­zeichnen, was ihm gefiel. Und seit langem sammelt er altes und neues Analogequipment für sein eigenes Tonstudio, da er der Meinung ist, „(…) dass Strom fließen muss, um eine Aufnahme zum Leben zu erwe­cken.”

Eigene Songs zu kompo­nieren machte ihn zuneh­mend unab­hän­giger, um musi­ka­li­sche Ideen umzu­setzen und so veröf­fent­lichte er nach zahl­rei­chen voran­ge­gan­genen Produktionen mit diversen Bands 1996 sein erstes Soloalbum “Camden” unter eigenem Namen. Einige Songs dieses Albums waren damals fester Bestandteil in den Playlists von DJ´s der Clubszene in Sao Paulo – Brasilien. Es folgten weitere Veröffentlichungen u.a. mit Petgroove oder Faded Traces. Über Petgroove´s Song “A lotta nerve” berich­tete die Kulturzeit von 3Sat: “(…) sie finden eine neue Definition von Jazz” und das für diesen Song produ­zierte Video wurde u.a. auf Viva – Electronic Beats ausge­strahlt. Auch in den Playlists etli­cher DJ´s und Radiosender entdeckt man Songs von Petgroove und Faded Traces. Des Weiteren wurden diverse, von ihm kompo­nierte und produ­zierte Soundtracks veröf­fent­licht (wie Facing Origin – eine Filmdoku, die auf vielen Kontinenten ausge­strahlt wurde). Um sich seine musi­ka­li­sche Freiheit zu erhalten lehnte er 2003 das Angebot eines großen inter­na­tio­nalen Musikverlags ab, diesem sein Musikarchiv zur Verfügung zu stellen und Auftragskompositionen für meist belang­lose Werbe- und Fernsehfilme zu produ­zieren.

Michael studierte auch Sozialwissenschaften an der Universität in Konstanz und schloss seine Dissertation als Doktor (rer. soc.) mit magna cum laude ab. Direkt danach beschloss er auf einer längeren Indienreise sich mit seinen eigenen Musikproduktionen selb­ständig zu machen. So grün­dete er 2005 das Label Flavoredtune und war bereits im selben Jahr mit drei Produktionen auf der Popkomm in Berlin vertreten.

Seit den 1990i­gern beschäf­tigt er sich zuneh­mend mit elek­tro­ni­scher Musik, gespielt auf analogen Synthesizern. Und als er sich seinen ersten Hardware Sampler kaufte wurde ihm schnell klar, dass ab jetzt alles anders werden würde. Seitdem stellt dieses Instrument – wie er es gerne nennt – neben Rhythmik, Harmonie und Melodie für ihn die vierte Dimension in der Musik dar. Ein reger Diskurs zu diesem Thema begann (auf wissen­schaft­li­cher Ebene u.a. mit Bernd Konrad). Unter diesem Einfluß entstand dann auch die Idee, ein eigens einge­spieltes Samplearchiv zu produ­zieren, dass 2009 bei Ueberschall unter dem Titel Studio Works auf DVD veröf­fent­licht wurde. Des Weiteren arbeitet er zusammen mit seinem lang­jäh­rigen musi­ka­li­schen Weggefährten Beni Reimann und anderen an einer neuen Produktion: The Power of Repetition, wo er sich ganz dieser “vierten Dimension” widmet. Parallel hierzu kompo­niert und produ­ziert er Songs für diverse Künstler. Auf die Frage, in welchem musi­ka­li­schen Genre sich seine Musik bewegt, legt er sich ungern fest und stellt statt dessen die Gegenfrage, ob denn Steely Dan nun Jazz oder Pop sei?

Seine musi­ka­li­schen Einflüße reichen von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Claude Debussy, Sergej Rachmaninov über Ennio Morricone hin zu Cat Stevens, The Beatles, Bob Marley, Miles Davis, Weather Report, Herbie Hancock, Steely Dan, George Clinton, Michael Manring und Me’shell Ndegeocello. Aber auch Bands wie Kraftwerk oder Soundgarden zeigten ihre Wirkung.

In seiner meist knapp bemes­senen Freizeit beschäf­tigt er sich gerne mit Systemtheorie und der sich daraus ableit­baren Frage nach der Prognostizierbarkeit von Zukunft. Und gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin dreht er Dokumentarfilme, Sozialstudien und Videoclips.

DSC_0020_koernung01

Produktionen

Alben
Michael Fetscher – Camden (CD)
Faded Traces – #5 (EPCD)
Facing Origin – Stories of a tibetan family (Soundtrack, CD)
Petgroove – A lotta nerve (Maxi single, Vinyl)
Petgroove – The Bristol Experience (CD)
Dabira – Pearls (Vinyl)
Los Gauchos Muertos – El otro Mundo (Vinyl)
Rechenschieber – f´´(x) < 0 (Maxi, Vinyl)
Faded Traces – Mamama (Vinyl)
Dr. Scape – Tunes behind the curtain (CD)
Faded Traces – Skyhigh (CD)
Studio Works – The off-the-grid Soul / Funk work­sta­tion (DVD)
Monika Herzig & Peter Kienle – The Time Flies (Vinyl)

Songs auf Samplern
Petgroove – A lotta nerve; In-diffe­rent Vol.3
Petgroove – Jealous; In-diffe­rent Vol.3
Petgroove – Hampi Express; In-diffe­rent Vol.3
Faded Traces – #5; In-diffe­rent Vol.3
Faded Traces – #5; Nu Jazz Vol.3
Petgroove – Beside Brazil; Brazilectro, Vol.6
Petgroove – Changing ways; nova soul 2
Faded Traces – Skyhigh; Dream Jazz

Remixes
Tower of Power – This type of funk
Petgroove – A lotta nerve
Petgroove – What kind of sorry
Faded Traces – Skyhigh

Soundtracks
Facing Origin – Stories of a tibetan family (Score, Songs)
Das flie­gende Klassenzimmer (Remix, Mixmastering)
Bibi Blocksberg (Songs, Mixmastering)

Kollaborationen
Jörg Benner (Philosoph und Texter für Harald Schmidt), Jan Fride (Kraan), Claus Veeser, Biber Gullatz, Pat Appleton (Dephazz), Cosmic Baby, Nadja Dehn (Lateralmusic), Florian Dauner (Fanta 4), Beni Reimann (Transporter), Igor Shilov (Doo-bop sound), Anna Holmes (Engel), Davina.

Gedanken

Der folgende Text befindet sich im Aufbau und wird stetig erwei­tert. Es wird der Versuch unter­nommen, Musik bzw. Aspekte der Musik mittels der Logik der Systemtheorie zu analy­sieren. Ableitungen sollen geschaffen werden, um gängige Muster aufzu­bre­chen oder ihnen neue Aspekte hinzu­zu­fügen.

01. Das Konzept der Selbstreferenz als musi­ka­li­sche Möglichkeit

02. Signifikante Merkmale von Tonsynthese und Komposition

03. Systemische Entwicklungen: Zum Verhältnis von Existenz und Zeit

04. Paradoxe Ästhetik

05. Anmerkungen

06. Glossar

01. Das Konzept der Selbstreferenz als musi­ka­li­sche Möglichkeit – ein system­theo­re­ti­scher Ansatz

Chaos und Zufall
Chaos defi­niert sich durch die Summe aller Zufälle. Durch Zufälle entstehen Situationen oder Handlungen. Situationen inter­agieren mit Handlungen. Die ersten Variablen entstehen. Sie sind jedoch weder unab­hängig noch abhängig vonein­ander: Es herrscht Chaos. Chaos defi­niert sich durch Dynamik. Dynamik ist die Differenzierung einer Situation oder Handlung. Differenzierung bietet die Möglichkeit zur Darstellung von Details. Auf Dynamik folgt Dynamis. Details beschreiben jetzt Verhältnismässikeiten von Variablen. Somit ist eine erste Ableitung erfolgt. Komplexität tritt an die Stelle von Chaos.

Komplexität und Reduktion
Komplexität ist die Gesamtheit aller Möglichkeiten. Sie ist der Ursprung der unab­hän­gigen Variablen. Nur diese Unabhängigkeit kann zu einer weiteren Ableitung führen. Ist diese Ableitung erfolgt, so wird aus Dynamik Eigendynamik. Komplexität und Eigendynamik stehen zuneh­mend in Bezug zuein­ander. Differenzierung und Eigendynamik oszil­lieren, ebenso wie Details und Variablen. Erfolgt keine weitere Ableitung, bleibt das sich gerade entwi­ckelnde Funktionssystem beliebig und es entstehen Zufälle. Gelingt hingegen eine weitere Ableitung, so erfolgt sie divers. Entscheidend ist die momen­tane Wahrnehmung. Signifikante Differenzierungen sind stets system­im­ma­nent, gleich ob der Gegebenheit einer Situation oder Handlung. Im Bild einer huma­noid-indi­vi­du­ellen Wahrnehmung – was natür­lich undenkbar erscheint – könnte man hier auch von Bedürfnissen spre­chen. Reduktion bietet jetzt die Möglichkeit einer weiteren Ausdifferenzierung des Systems. Reduktion von Komplexität wird zur unab­hän­gigen Variablen.

Selbstreferenz
Selbstreferenz ist jetzt die zentrale Hypothese des Systems. Sie bestimmt das Verhältnis von Differenzierung und Entwicklung. Ist diese Verhältnismässigkeit nicht ausge­wogen so entsteht Beliebigkeit. Zu frühe Subsystembildungen wären eine mögliche Konsequenz und somit Merkmal einer Systemgefährdung. Gelingt es aber, eine ausge­wo­gene Verhältnismässigkeit von Differenzierung und Entwicklung zu erzielen, so wird Umwelt wahr­nehmbar. Der Beweis für eine erfolg­reiche Systembildung wäre somit erbracht. Sinnhaftigkeit und Selbstreferenz oszil­lieren jetzt. Man könnte auch sagen: Das System atmet.

Wer ist der Beobachter?
Die Frage verweist auf Wechselwirkungen zwischen Wahrnehmung und Augenblick. So kann sowohl System als auch Umwelt Beobachter sein. Denn Beobachtung erfolgt stets durch Beobachtung bzw. durch Selbstbeobachtung.

Umwelt / Musik / System und: Die Wo-Frage
– Text ist augen­blick­lich nicht verfügbar -

02. Signifikante Merkmale von Tonsynthese und Komposition
2.1 Grooves: Auswege aus der Beliebigkeit
2.2 Melodien: Träger von Informationen und Botschaften
2.3 Harmonien: Ein mensch­li­ches Bedürfnis
2.4 Sampling: Die vierte Dimension

- Text ist augen­blick­lich nicht verfügbar -

Anmerkung zu 2.3
Harmonische Hintergründe entstehen durch indi­vi­du­elle mensch­liche Bedürfnisse. Individuen sind fuer Funktionssysteme jedoch kaum exis­tent, sie sind trans­pa­rent. Aus syste­mi­scher Sicht stellt sich somit die Frage der harmo­ni­schen Notwendigkeit.

03. Systemische Entwicklungen: Zum Verhältnis von Existenz und Zeit
– Text ist augen­blick­lich nicht verfügbar -

04. Paradoxe Ästhetik
– Text ist augen­blick­lich nicht verfügbar -

05. Anmerkungen – Mix
Ton mischt sich mit Ton. Phasen harmo­nieren oder löschen sich aus. Optionen entstehen durch Kommunikation. Sinnhaftigkeit wird möglich.

Sequentielle Redundanzen
Redundanzen begrenzen Dynamik: Phasen werden addiert: Sequentielle Redundanzen poten­zieren addierte Phasen (etc.). Grenzen sind jetzt nicht mehr statisch, sie sind variabel. Redundanz bestimmt den Grad der Variabilität. Variabilität bestimmt den Grad der Komplexität von Situationen oder Handlungen.

was folgt
Der Begriff Tonsynthese soll erwei­tert werden. Denn Klangerzeugung für sich genommen ist nicht mehr als ein isoliertes Reflexivum, dessen Nutzen darin bestehen kann zu kommu­ni­zieren. Werden mehrere Klänge erzeugt entstehen aktive oder reak­tive Verhältnismäßigkeiten. So lassen sich Kompositionen mittels Klangerzeugung gene­rieren. Kompositionen wiederum sind system­bil­dend.

06. Glossar
Luft ist nicht laut und elek­tro­ma­gne­ti­sche Wellen sind nicht sichtbar

A…

abhängig – bedingt, gebunden. (ts)
Ableitung – Folgerung, Deduktion (Ableitung des Besonderen und Einzelnen vom Allgemeinen; Erkenntnis des Einzelfalls durch ein allge­meines Gesetz; Ggs. Induktion). (ts) (dn)
addieren – zusam­men­zählen, hinzu­fügen. (dn)
aktiv – unter­neh­mend, geschäftig, ziel­strebig; Ggs. inaktiv, passiv. (dn)
analog – durch ein und dieselbe mathe­ma­ti­sche Beziehung beschreibbar, einen Wert durch eine physi­ka­li­sche Grösse darstel­lend (EDV); Ggs. digital (II). (dn)
analy­tisch – zerglie­dernd, zerle­gend, durch logi­sche Zergliederung entwi­ckelnd. (dn)
Archiv – Ort, an dem Schriftstücke, Urkunden und Akten aufbe­wahrt werden. (dn)
Augenblick – Zeitpunkt, Moment, Gegenwart. (ts)
Ausdifferenzierung – wenn ein System sich gegen­über der Umwelt diffe­ren­ziert und eine Grenze zu ihr zieht. Die innere Differenzierung eines Systems ist ein Produkt der Autopoiesis. (sy)
ausge­wogen – entspre­chend, abge­stimmt, im Gleichgewicht. (ts)
Autopoiesis – von einem auto­po­ie­ti­schen System kann dann gespro­chen werden, wenn es möglich ist, eine spezi­fi­sche Operationsweise fest­zu­stellen, die in diesem System und nur dort statt­findet. Alle auto­po­ie­ti­schen Systeme sind durch eine opera­tive Schliessung gekenn­zeichnet. (sy)
Atmosphäre – eigenes Gepräge, Ausstrahlung, Stimmung. (dn)

B…

Bedürfniss – Verlangen, Begehren. (ts)
beliebig
Beliebigkeit
Beobachter – Zeuge, Publikum. (ts)
Beobachtung – Beobachtung ist eine spezi­fi­sche Operationsweise, die eine Unterscheidung benutzt, um die eine oder andere Seite der Unterscheidung zu bezeichnen. Es kommt immer dann zu Beobachtungen, wenn ein System aufgrund von Unterscheidungen operiert und Informationen gewinnen und verar­beiten kann. (sy)
Beweis – Begründung, Beleg, Zeichen. (ts)
Bezug – Zusammenhang, Verbindung, Verhältnis, Kommunikation. (ts)

C…

Chaos – totale Verwirrung, Auflösung aller Ordnungen. (dn)

D…

Darstellung – Bericht, Version, Erläuterung. (ts)
defi­nieren – “abgrenzen, bestimmen” (lat.); den Inhalt eines Begriffs ausein­an­der­legen, fest­stellen. (dn)
Detail – Einzelheit, Einzelteil. (dn)
Dialog – Wechselrede. (dn)
Differenzierung – siehe Ausdifferenzierung. (sy)
divers – einige, mehrere, verschie­dene. (dn)
Doktor – Lehrer, höchster akade­mi­scher Grad (dn)
Doppelhalbkreis
Dynamik – Differenzierung (der Klangfülle/ Tonstärke in der Musik und Akustik. (dn)
Dynamis – Möglichkeit, Fähigkeit. (dn)

E…

Eigendynamik
Elektro
Elektrofusion
elek­tro­ni­sche Musik – Sammelbegriff fuer jede Art von Musik, bei deren Entstehung, Wiedergabe oder Interpretation elek­tro­ni­sche Hilsmittel einge­setzt werden. (dn)
E-mail
Entwicklung – Entstehung. (ts)
erfolg­reich – wirksam, effektiv. (ts)
Evaluation – Bewertung. (dn)
exis­tent – wirk­lich, vorhanden.
Experiment – wissen­schaft­li­cher Versuch, durch den etwas entdeckt, bestä­tigt oder gezeigt werden soll. Wagnis. (dn)

F…

Forum – öffent­liche Diskussion, Aussprache. (dn)
Frage
Funktionssystem

G…

Gegebenheit – Tatsache, Umstand. (ts)
gelingen – sich durch­setzen, Erfolg haben. (ts)
gene­rieren – erzeugen, produ­zieren. (dn)
Gesamtheit – Vollständigkeit, Komplex. (ts)
Glossar – Wörterverzeichnis (mit Erklärungen). (dn)
Grenze – Trennungslinie. (ts)

H…

Handlung – Aktion, Verhalten, Massnahme. (ts)
harmo­nell
harmo­nisch
herr­schen – leiten, lenken, wirken. (ts)
Hintergrund – Umgebung. (ts)
huma­noid
Hypothese – zunächst unbe­wie­sene Annahme von Gesetzlichkeiten oder Tatsachen, mit dem Ziel, sie durch Beweise zu veri­fi­zieren oder zu falsi­fi­zieren; Vorentwurf für eine Theorie. (dn)

I…

Index – Anzeiger, Register, Verzeichnis. (dn)
indi­vi­duell – auf das Individuum, den einzelnen Menschen, seine Bedürfnisse, spezi­ellen Verhältnisse u.ä. zuge­schnitten, ihnen ange­messen, ihnen entspre­chend. (dn)
Individuum – “das Unteilbare”, der Mensch als Einzelwesen (in seiner jewei­ligen Besonderheit). (dn)
Institut – Einrichtung, die wissen­schaft­li­chen Arbeiten, der Forschung o.ae. dient. (dn)
inter­agieren – siehe Interaktion.
Interaktion – aufein­ander bezo­genes Handeln zweier odere mehrerer Personen, Wechselbeziehungen zwischen Handlungspartnern. (dn) – ist ein soziales System, das die physi­sche Anwesenheit der Kommunikationspartner verlangt. Interaktionen bilden sich, wenn die Wahrnehmung der physi­schen Anwesenheit die Grundlage der Kommunikation ist, die sich ausge­hend von der doppelten Kontingenz bildet. (sy)
inter­es­sieren (sich) – Anteilnahme bekunden; sich nach etwas erkun­digen; etwas beab­sich­tigen, anstreben; geistig aufge­schlossen sein. (dn)
intra – inner­halb.
isolieren – abson­dern, verein­zeln, abschliessen. (dn)

J…

junger Mann

K…

Klang – Schall, Timbre, Hall. (ts)
Klangerzeugung
Kolloquium – wissen­schaft­li­ches Gespräch. (dn)
Kommunikation – besteht aus der Synthese dreier Selektionen: (1) Mitteilung; (2) Information; (3) Verstehen der Differenz zwischen Information und Mitteilung. Man spricht von Kommunikation, wenn Ego versteht, dass Alter eine Information mitge­teilt hat; diese Information kann ihm dann zuge­schrieben werden. Die Mitteilung einer Information (z.B. “es regnet”) ist nicht an sich Information. Die Kommunikation reali­siert sich nur, wenn sie verstanden wird: wenn die Information und Alters Intention für die Mitteilung als unter­schied­liche Selektionen verstanden werden. Ohne Verstehen kann Kommunikation nicht beob­achtet werden. (sy)
kommu­ni­zieren – siehe Kommunikation. (sy)
Komplexität – Der Begriff Komplexität bezeichnet den Sachverhalt, dass nicht alle Elemente einer Einheit zugleich mitein­ander verbunden werden können. Komplexität bedeutet also, dass eine Selektion notwendig ist, um Relationen zwischen Elementen zu aktua­li­sieren. Grundlegend fuer die Definition von Komplexität ist somit die Unterscheidung zwischen Element und Relation, die es erlaubt, eine Situation der selek­tiven Verknüpfbarkeit zu beob­achten. (…) Nur die Komplexität eines Systems ist orga­ni­sierte Komplexität. Sie besteht in der selek­tiven Verknüpfbarkeit der Elemente des Systems; sie ist die selek­tive Organisation der Autopoiesis. (…) Komplexität bezeichnet die Tatsache, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt, als in (sozialen) Systemen als Kommunikation und in (psychi­schen) Systemen als Gedanke jeweils aktua­li­siert werden kann. (…) Es wird somit ein Selektionszwang beob­achtet. (sy)
Komposition – Zusammensetzung, -stel­lung (von Dingen) aus Einzelteilen, Musikwerk. (dn)
Konsequenz – Folgerichtigkeit, Aus-, Nachwirkung. (dn)
Konzept – (stich­wort­ar­tiger) Entwurf, erste Fassung einer Rede oder Schrift, Plan, Programm. (dn)
Konzert – eigentl. “Wettstreit der Stimmen”, öffent­liche Musikaufführung. (dn)
Kreis

L…

M…

Mechanismus – Triebwerk, (selbst­tä­tiger) Ablauf (z.B. von inein­an­der­grei­fenden Vorgängen). (dn)
mensch­lich
Merkmal – Eigenschaft, Charakteristikum, Eigentümlichkeit, Kriterium. (ts)
Möglichkeit – Aussicht, Gelegenheit. (ts)
momentan – gegen­wärtig, temporär. (ts)
musi­ka­lisch – kreativ, schöp­fe­risch. (ts)

N…

Notwendigkeit – Erfordernis, Pflicht. (ts)
Nutzen – Vorteil, Zweckmässigkeit. (ts)

O…

oszil­lieren – schwingen, schwanken, pendeln. (dn). Siehe auch Paradoxie.

P…

Paradoxie – Paradoxien entstehen, wenn die Bedingungen der Möglichkeit einer Operation zugleich auch die Bedingungen ihrer Unmöglichkeit sind. Eines der bekann­testen Beispiele einer Paradoxie ist dieje­nige des Epimenides, die in der Aussage auftaucht: “Dieser Satz ist falsch”. Es wird dann unmög­lich zu entscheiden, ob die Aussage wahr oder falsch ist. (…) Paradoxien scheinen eine Funktion der Irritation des Beobachters zu erfüllen, der, wenn er auf eine Paradoxie stösst und sich gezwungen sieht, eine unmög­liche Entscheidung zu treffen, entweder aufgibt, weil seine Beobachtung blockiert ist, oder kreativ wird, indem er irgen­eine Form der Asymmetrisierung findet. (sy) (vgl. auch Zeit)
Phase – Abschnitt einer (stetigen) Entwicklung, Zustandsform, Stufe. Grösse, die den Schwingungszustand einer Welle an einer bestimmten Stelle, bezogen auf den Ausgangszustand, chara­te­ri­siert. (dn)
Pionier – Wegbereiter, Vorkämpfer, Bahnbrecher. (dn)
plural
poten­zieren – erhöhen, stei­gern, eine Zahl mit sich selbst multi­pli­zieren. (dn)

Q…

R…

reaktiv – als Reaktion auf einen Reiz; Gegenwirkung ausübend oder erstre­bend. (dn)
Rechenschieber
Reduktion – Zurückführung des Komplizierten auf etwas Einfaches (Logik). (dn)
Redundanz – Überreichlichkeit, Überfluss, Üppigkeit. (dn) – Redundanz steht dem Begriff der Varietät gegen­über um zwei unter­schied­liche Weisen zu bezeichnen, die Komplexität eines Systems zu messen. Mit Redundanz meint man das Ausmaß, in dem durch die Kenntnis eines Elements auto­ma­tisch eine gewisse Kenntnis der anderen Elemente des Systems gewonnen wird – mit anderen Worten, das Ausmass, in dem die Kenntnis eines Elements den Informationsgrad anderer verrin­gert. Mit der Ähnlichkeit der Elemente steigt die Redundanz des Systems; eine Botschaft, die eine schon bekannte Nachricht mitteilt, ist sehr redun­dant.
Reflexion – spezi­fi­sche Form der Selbstbeobachtung eines Systems, die die Unterscheidung System/Umwelt benutzt und die Einheit des Systems als Gesamtheit beob­achtet. (sy) – das Zurückwerfen von Licht, elek­tro­ma­gne­ti­schen Wellen, Schallwellen usw. an Körperoberflächen. (dn)
Reflexivum – Reflexivpronomen. (dn)

S…

schwä­bi­sche Alb
Selbstbeobachtung
Selbstreferenz – der Begriff der Selbstreferenz bezeichnet die Tatsache, dass es Systeme gibt, die sich durch jede ihrer Operationen aus sich selbst beziehen. Das sind (orga­ni­sche, psychi­sche, soziale) Systeme, die die Wirklichkeit nur aufgrund dieses Selbstkontaktes beob­achten können. Selbstreferenz gibt es dann, wenn die Operation der Beobachtung in das einge­schlossen wird, was bezeichnet wird, wenn sie also etwas bezeichnet, dem sie selbst zuge­hört. (…) Einerseits setzt Selbstreferenz die Möglichkeit voraus, die system­ei­genen Operationen so zu repro­du­zieren (siehe Autopoiesis), dass jede Unterscheidung, die zum Beobachten (d.h. zum Bezeichnen von etwas) verwendet wird, durch die Operationen in dem System selbst konstru­iert werden muss. Andererseits darf das System sich selbst nicht mit der externen Wirklichkeit, also mit seiner Umwelt verwech­seln; Bedingung seiner Operativität und jeder Form von Kognition ist die Möglichkeit, zwischen Selbst- und Fremdreferenz intern (wo sonst?) zu unter­scheiden. Diese Fähigkeit unter­scheidet selbst-refe­ren­ti­elle Systeme von trivialen Maschinen im Sinne Heinz von Foersters: während letz­tere Inputs auf immer dieselbe Weise in Outputs trans­for­mieren, ist bei selbst­re­fe­ren­ti­ellen Maschinen der Output vom jewei­ligen inneren Zustand abhängig, in dem sich das System befindet; derselbe Input kann dann bei verschie­denen Zuständen zu voll­kommen verschie­denen Ergebnissen führen. (…) Selbstreferenz kann, je nachdem, welche Unterscheidung zur Bezeichnung des “Selbst” verwendet wird, unter­schied­lich spezi­fi­ziert werden: (a) Wenn das, was sich auf sich selbst bezieht, eine Element des Systems ist (eine Kommunikation, ein Gedanke, eine Zelle), spricht man von basaler Selbstreferenz. Der Begriff des Elements bezeichnet das, was für das System eine weiter nicht dekom­po­nier­bare, also elemen­tare Einheit ist. (…) (b) Wenn das “Selbst” der Referenz ein Prozess ist (siehe Prozess), spricht man von Reflexivität, die aufgrund der Unterscheidung von Vorher und Nachher beob­achtet werden kann. Reflexivität besteht in der Verstärkung der Selektivitaet des Prozesses durch die Anwendung des Prozesses auf sich selbst, die der Anwendung auf das, was prozes­siert wird, vorge­ordnet wird. Ein Beispiel ist das Lernen des Lernens, das sich, statt auf den Gegenstand des Lernens unmit­telbar, auf den Prozess des Lernens selbst bezieht derart, dass seine Fähigkeit und seine Selektivität verstärkt wird. © Im dritten Fall bezieht sich das System durch seine eigenen Operationen auf sich selbst, und das erfor­dert, dass das System innen (sich selbst) und aussen (seine Umwelt) unter­scheiden kann. Dann spricht man von Reflexion. Die Unterscheidung, die in diesem Falle den Selbstbezug anleitet, ist die von System und Umwelt (siehe Reflexion). In allen diesen Arten der Selbstreferenz hat man es mit einer geschlos­senen Zirkularitaet zu tuen, die jedoch die Existenz der Umwelt nicht leugnet, die Umwelt wird im Gegenteil in den Selektionen des Systems voraus­ge­setzt. Selbstreferentielle Systeme sind auto­nome Systeme, die diese Geschlossenheit zur Erhaltung der eigenen Autopoieses und Ermöglichung eigener Beobachtungen verwenden. Unter Autonomie soll deswegen nicht Unabhängigkeit verstanden werden, sondern selbst­re­fe­ren­ti­elle Geschlossenheit. (…) Deswegen ist Autonomie immer absolut und nicht relativ, da es keinen Sinn haette, sich ein nur zum Teil auto­nomes oder nur “ein biss­chen” geschlos­senes System vorzu­stellen. (sy)
Selbstreflexion
sequen­tiell – fort­lau­fend, nach­ein­ander zu verar­beiten. (dn)
Sicht – Standpunkt. (ts)
signi­fi­kant – wichtig, bedeutsam; typisch. (dn)
Sinn – Sinn ist das Medium, das die selek­tive Erzeugung aller sozialen und psychi­schen Formen erlaubt. Die Form des Sinns ist die Unterscheidung real/ möglich – oder aktuell/ poten­tiell. Der Sinn ist eine evolu­tio­näre Errungenschaft der sozialen und psychi­schen Systeme, die deren Selbstreferenz (siehe Selbstreferenz) und Komplexitätsaufbau (siehe Komplexität) Form gibt. (…) Der Sinn repro­du­ziert sich durch ein Erleben, das ihn aktua­li­siert und auf weitere Möglichkeiten verweist, die nicht aktua­li­siert werden. (…) Sinn und System setzen sich gegen­seitig voraus: sie sind nur zusammen möglich. Da Sinn die Einheit der Differenz zwischen Aktuellem und Möglichem ist, hat alles (alles Reale und alles Mögliche) Sinn. (…) Sinn verweist immer wieder auf Sinn – er ist selbst­re­fe­ren­tiell. Die Welt entsteht also als Gesamtheit der Sinnverweisungen. (sy)
Situation – (Sach)lage, Stellung, Zustand; die Gesamtheit der äusseren Bedingungen des sozialen Handelns und Erlebens. (dn)
statisch – keine Bewegung, Entwicklung aufwei­send; Ggs. dyna­misch. (dn)
System – das System ist ein auto­nomer Bereich, in dem beson­dere Bedingungen gelten, die sich einer Eins-zu-Eins-Entsprechung mit den Umweltzuständen entziehen (siehe Autopoiesis). (sy)
system­bil­dend
Systembildung
Systemgefährdung
system­im­ma­nent
syste­misch

T…

Tonsynthese
Trägermedium
trans­pa­rent – durch­schei­nend, durch­sichtig. (dn)

U…

Umwelt – die Umwelt ist nicht “an sich” Umwelt, sondern immer Umwelt eines Systems, für das sie das Aussen (“alles übrige”) ist. Umwelt als “Negativkorrelat” zum System. (sy)
unab­hängig – autonom, eigen­ständig. (ts)
Unabhängigkeit – Autonomie, Eigenständigkeit, Selbstbestimmung. (ts)
Ursprung – Anfang, Herkunft, Quelle. (ts)

V…

variabel – verän­der­lich, abwan­delbar, schwan­kend. (dn)
Variabilität – Veränderlichkeit. (dn)
Variable – verän­der­liche Grösse (Math.); Ggs. Konstante; (Symbol für) ein belie­biges Element aus einer vorge­ge­benen Menge (Logik). (dn)
Verhältnis – Relation, Bezug, Interaktion, Kommunikation. (ts)
Verhältnismässigkeit
Vinyl – von Äthylen abge­lei­teter unge­sät­tigter Kohlenwasserstoffrest. (dn). Schallplatte.

W…

wahr­nehmen – erkennen, bemerken. (ts)
Wahrnehmung – Beobachtung, (Sinnes)eindruck. (ts)
Wahrnehmung der Wahrnehmung – genannt refle­xive Wahrnehmung ist eine vorso­ziale Voraussetzung der Interaktion;die Kommunikation setzt die wech­sel­sei­tige Wahrnehmung des Wahrnehmens – die Teilnehmer nehmen wahr, dass sie wahr­ge­nommen werden – voraus. (sy)
Wechselwirkung – Korrelation
Worldbridger.

X…

Y…

Z…

Zeit – Zeit wird als die Beobachtung der Wirklichkeit aufgrund der Differenz von Vergangenheit und Zukunft bestimmt. Jedes System exis­tiert immer nur in der Gegenwart und zeit­gleich (synchron) mit der eigenen Umwelt. In diesem Sinne ist Vergangenheit kein Startpunkt und Zukunft kein Ziel, sondern handelt es sich in beiden Fällen um Möglichkeitshorizonte (siehe Sinn). Den sinn­kon­sti­tu­ie­renden Systemen stellt sich die Wirklichkeit als Differenz von Aktualität und Potentialität dar. Diese Differenz kann tempo­ra­li­siert werden, und zwar durch eine Verdopplung der Unterscheidung. Auf der einen Seite der Potentialität kann man weiterhin unter­scheiden zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die Gegenwart wird immer dadurch gesi­chert, dass das System sich auto­po­ie­tisch (siehe Autopoiesis) repro­du­ziert; die zeit­liche Orientierung führt zum Unterscheiden dieser AktualitÄt, die immer gleich­zeitig gegeben ist, von dem, was gleich­zeitig nicht ist; man schafft auf diese Weise eine para­doxe Situation, in der Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit zugleich gegeben sind. Die Paradoxie wird durch beson­dere zeit­liche Differenzen entfaltet, wie zum Beispiel die Differenz von Vergangenheit und Zukunft. Für jeden Beobachter entsteht Zeit vor allem dadurch, dass jede Unterscheidung zwei Seiten aufweist und das man, um von einer Seite zur anderen zu wech­seln, eine Operation und damit Zeit benö­tigt. So entsteht eine Differenz zwischen dem Beobachter selbst, der immer aktuell ist, und der Differenz von Vorher und Nachher, die von dem Ereignis gene­riert wird, das den Übergang ermög­licht hat. Die Unterscheidung zwischen Gleichzeitigkeit einer­seits und der Differenz Vorher/ Nachher ande­rer­seits ist die Zeit. (sy)
zentral – wesent­lich, haupt­säch­lich. (ts)
Zielkoordinaten
Zirkel – Forum, Gruppe. (ts)
Zufall
zurück – heim­wärts, retour, rück­wärts. (ts)

Documentary & Fun (coming soon)